Kompaktbox quer unterm Hängeschrank?

Alle Fragen rund um den Selbstbau von Lautsprechern
mariobl
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Kompaktbox quer unterm Hängeschrank?

Beitragvon mariobl » Di 26. Sep 2017, 21:05

Hallo,
seit kurzem habe ich eine neue Schrankwand, wodurch meine bisherigen flachen Wandlautsprecher nicht mehr taugen und gegen etwas anderes ersetzt werden müssen. Sie sieht so aus (ein Beispielfoto, denn meine steht derzeit noch verpackt im Keller):

Bild

Ursprünglich wollte ich ein Paar Kompaktlautsprecher auf das Lowboard stellen, da sind je nach Höhe der Hängeschränke etwa 40 bis 50 cm Platz. Irgendwie finde ich aber die Idee reizvoll, Lautsprecher unter die 35 cm tiefen Hängeschränke zu hängen. Das 45 cm tiefe Lowboard bleibt dadurch für andere Dinge frei, und die Kabel verschwinden in der Wand. Meine Kenntnisse zur Akustik sind bescheiden, aber ich weiß schon mal, dass sich die Abstrahlcharakteristik sowohl durch die Nähe zu einem Schrank wie auch durch die »umgekippte« Platzierung ändert. Ich hatte nämlich an so etwas wie die Spiralino oder eine ähnliche schmale Box gedacht, die dann quasi auf der Seite liegend unten am Hängeschrank befestigt wird.

Noch ein paar Einzelheiten zum Zimmer:

Das Wohnzimmer ist etwa 3,60m x 6m groß. Die Schrankwand steht an der Längsseite mit etwa 30 cm Abstand zur Stirnseite. Zu beschallen ist also eine Fläche von 3,60m mal 3,60m. Als Verstärker fungiert ein betagter Dolby-Prologic-Receiver Technics SA-GX 390. Rückwärtige Lautsprecher sind vorhanden. Auf einen Center kann ich verzichten, ich habe die letzten 25 Jahre auch keinen gebraucht.

Meine Erwartungen hinsichtlich Maximalpegel und Tiefbass sind bescheiden. Zimmerlautstärke reicht, und Bass kann man bei Bedarf mit einem Subwoofer produzieren. Wobei ich mir den gern sparen würde, daher die Idee mit der Spiralino, die zumindest rechnerisch bis 55 Hz hinunter reicht (-3dB).

Falls meine Idee wirklich einen Sinn ergibt, bliebe noch die Frage, ob die Schallwand dann einfach bündig mit der Schrankfront laufen könnte oder der Treiber besser zum Hörplatz hin eingewinkelt werden sollte.

Vielen Dank im Voraus für konstruktive Antworten (im wahrsten Sinne des Wortes).

Gruß Mario

Thorsten Fischer
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Re: Kompaktbox quer unterm Hängeschrank?

Beitragvon Thorsten Fischer » Do 28. Sep 2017, 14:31

Hallo Mario,
Es ergibt durchaus Sinn.
Zum einen die Einbau/Unterbau Situation lässt sich eh nicht ändern. Zum zweiten ein 3-4“ ist durchaus schon in der Lage Nachbarn „sofern vorhanden“ zu ärgern.
Auch möglich das man eine Lancetta so vom Gehäuse designt das sie als unterbau passt, dann wäre Bass auf jeden fall kein Thema mehr.
Einfach probieren, der Einsatz ist überschaubar sollte es nicht deinen Vorstellungen genügen.
Erfolgreiches selber bauen und Gruß

Thorsten Fischer

mariobl
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Re: Kompaktbox quer unterm Hängeschrank?

Beitragvon mariobl » Do 28. Sep 2017, 21:14

Danke, nun weiß ich zumindest, dass meine Idee nicht völlig absurd ist ;)
Thorsten Fischer hat geschrieben:... 3-4“ ist durchaus schon in der Lage Nachbarn „sofern vorhanden“ zu ärgern.

Nachbarn sind da, aber bei eher moderaten Lautstärken sollte das kein Problem sein. Außerdem hingen einige Jahre lang zwei Vifantastisch direkt an der Wand, und keiner hat sich jemals beschwert :)
Thorsten Fischer hat geschrieben:Auch möglich das man eine Lancetta so vom Gehäuse designt das sie als unterbau passt, dann wäre Bass auf jeden fall kein Thema mehr.
Einfach probieren, der Einsatz ist überschaubar sollte es nicht deinen Vorstellungen genügen.

An eine gekippte Standbox hatte ich auch schon gedacht. Aber den Gedanken habe ich gleich wieder verworfen, denn Standlautsprecher fordern üblicherweise wahrnehmbare Wandabstände. Doch zugegeben, knapp über 50 Euro sind kein großer Einsatz, vielleicht wird es besser als gedacht.

Am Wochenende werde ich mal versuchen, die TML so umzufalten, dass sie unter beide Hängeschränke passt, also auf maximal 35x80 cm. Was mir allerdings etwas Sorgen macht, sind die beiden Helmholtz-Resonatoren. Im Gegensatz zu Sperr- oder Saugkreisen sind solche Kammern nicht korrigierbar, es sei denn man nimmt sie ganz heraus. Wollen wir mal hoffen, dass Wandnähe und "falsche" Positionierung weder der Linearität noch der Abstrahlcharakteristik allzu sehr schaden.

Gruß Mario

mariobl
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Re: Kompaktbox quer unterm Hängeschrank?

Beitragvon mariobl » Mo 6. Nov 2017, 14:49

So, jetzt bin ich endlich soweit. Die Schrankwand ist aufgebaut, und es ergeben sich folgende Maße für die Lancetta unterm Hängeschrank:

Breite: 802 mm
Tiefe: 332 mm
Höhe: 105 mm

Die Höhe musste ich auf 105 mm vergrößern, um den TML-Querschnitt von 120 cm² beizubehalten, da der Kanal durch die Faltung und die zur Verfügung stehende Tiefe nur noch 148 mm breit ist. Ich habe mal eine Skizze angefertigt:
Bild
(Anscheinend wird das Bild nicht automatisch angezeigt, deshalb hier noch der Link dazu: https://photos.app.goo.gl/olsNYkoqaz8QFW1g2)

Für die Berechnung der Länge der gefalteten TML habe ich angenommen, dass diese bei Umlenkungen rechtwinklig abknickt. Dadurch komme ich wie in der Skizze gezeigt auf eine zu lange Leitung, die durch einen toten Raum von 152 mm Breite zwischen Treiber und Endöffnung korrigiert werden müsste. Ist das so richtig, oder nimmt man bei Umlenkungen einen Kreisbogen an, um die Länge zu ermitteln? Dann wäre die Differenz zur Originallänge natürlich noch kleiner.

Die in den Ecken gezeichneten Dreiecke sind als Klötze gedacht, die dort zusätzlich eingeleimt werden, um etwas für die Verschraubung mit dem Schrank zu haben, was nicht direkt durch die Box läuft. Ich bin davon ausgegangen, dass das absolute Volumen bei einer TML zweitrangig ist und es in erster Linie auf Länge und Querschnitt ankommt.

Bin ich nun mit meinem Projekt auf dem richtigen Weg, oder ist mir noch irgendwo ein grober Fehler unterlaufen?

Gruß Mario

mariobl
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Re: Kompaktbox quer unterm Hängeschrank?

Beitragvon mariobl » Di 14. Nov 2017, 19:52

Noch eine Frage zur Lancetta an sich: Was hat es eigentlich mit der 42 mm hohen »Türschwelle« an der Austrittsöffnung auf sich? Muss ich die beim Umfalten irgendwie speziell berücksichtigen?

Außerdem kam mir noch der Gedanke, die Austrittsöffnung nicht vorn, sondern an der Seite zu platzieren, also jeweils Richtung Fernseher. Der Abstand von der Öffnung bis zur Wand wäre dann etwa 12 cm. Wirkt sich das negativ auf die Abstrahlcharakteristik aus?


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